Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Verbunds fiel im 1. Quartal 2014 um 33,9 % von 313,4 auf 207,1 Mio. Euro, das Konzernergebnis ging um 46,8 % von 77,0 auf 40,9 Mio. Euro zurück. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 21 % von 861,6 auf 680,4 Mio. Euro. Als Gründe nannte der Verbund das „weiter gesunkene Niveau“ der Großhandelspreise für Strom sowie die verringerte Stromproduktion der Wasserkraftwerke. Infolge der im Vergleich zum 1. Quartal 2013 um 27 Prozentpunkte zurückgegangenen Wasserführung sank diese um 16 %. Dies entspricht einem Rückgang von 6,7 auf 5,6 TWh. Dramatisch zurückgegangen ist auch die Elektrizitätserzeugung im 800-MW-Gaskraftwerk Mellach II. Sie belief sich auf rund 45 GWh, im 1. Quartal 2013 waren es noch 284 GWh gewesen. Wie es mit Mellach II weitergeht, soll bis Jahresende entschieden werden.

Verzögern wird sich die für das 4. Quartal 2014 geplante Inbetriebnahme von Reißeck II, eines Projekts, mit dem die Leistung des Pumpspeicherkraftwerks Malta von rund 1 000 auf 1 430 MW steigt. Laut Verbund sind „zusätzliche Baumaßnahmen im Unterwasserbereich“ erforderlich. Daher werde Reißeck II erst Ende des 1. Quartals 2015 Strom liefern. Die geplanten Kosten von 385 Mio. Euro sollen aber eingehalten werden.

In eine entscheidende Phase geht das Genehmigungsverfahren für den zweiten Teil der 380-kV-Salzburgleitung vom Umspannwerk Salzburg zum Netzknoten Tauern. Anfang Juni findet in Salzburg die mündliche Verhandlung zu dem Vorhaben der Verbund-Tochter Austrian Power Grid (APG) statt. Mit dem Baubeginn ist laut APG frühestens Ende 2015 zu rechnen, mit der Inbetriebnahme im Jahr 2019.

Für politische Diskussionen könnten noch die finanziellen Wünsche des 51-%-Eigentümers Republik Österreich an den Verbund sorgen. Laut dem Ausgliederungsbericht zum jüngst beschlossenen Bundesbudget sind für dieses Jahr Dividendeneinnahmen von 177,2 Mio. Euro vorgesehen, 2015 sollen es 169,0 Mio. Euro sein. Allerdings beschlossen die Verbund-Eigentümer – inklusive des Vertreters der Republik Österreich − bei der Hauptversammlung am 9. April, im laufenden Jahr eine Dividende von insgesamt rund 230,3 Mio. Euro zu bezahlen, was 59,91 % des bereinigten Konzernergebnisses von 384,5 Mio. Euro entspricht. Dem Bund stehen davon etwa 117,5 Mio. zu. Finanzminister Michael Spindelegger fehlen daher bereits jetzt rund 59,7 Mio. Euro in seiner Bilanz für das laufende Jahr. Ob sich dies 2015 bessert, ist offen: Der Verbund erwartet ein Ebitda von 850 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von 150 Mio. Rund 50 % des bereinigten Ergebnisses sind als Dividende vorgesehen.