Die Hanseaten von der Weser haben ihren 49-prozentigen Anteil an der WE2 GmbH an den Partner EWE AG verkauft. 2007 hatten EWE und wpd das Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das neben Windstrom seit Sommer 2013 auch Solarstrom direkt vermarktete. WE2 verfügte Anfang Februar 2014, so die kurz danach veröffentlichte E&M-Umfrage zur Direktvermarktung, über ein Portfolio von 2 300 MW, womit das Unternehmen zu den Top 10 in diesem Geschäftszweig zählte.

„Es hat unterschiedliche Ansichten über die künftige strategische Ausrichtung gegeben“, begründete Klaus Meier, Aufsichtsratsvorsitzender der wpd-Gruppe, den Verkauf gegenüber E&M powernews. Für den wpd-Ausstieg haben auch die demnächst steigenden Bonitätsanforderungen an die Direktvermarkter eine Rolle gespielt. „Wenn mit der anstehenden EEG-Reform die verpflichtende Direktvermarktung kommt, werden die Banken die Anforderungen an die Projektierer verschärfen, womit wir als kleineres Unternehmen im Nachteil sind“, so Meier.
Nach seinen Worten werde die wpd-Gruppe auch künftig einen Teil seines Windstroms über die WE2 vermarkten „Wir haben heute ein Drittel der Windturbinen, deren Betriebsführung bei uns liegt und aus unserem eigenen Bestand, bei der WE2 unter Vertrag“, so Meier. In absoluten Zahlen sind das rund 750 MW.

Verschiedene Branchenexperten erwarten eine Marktkonsolidierung im Direktvermarktungsgeschäft mit künftig zehn bis 15 größeren Unternehmen. Der Rückzieher der wpd-Gruppe bei WE2 dürfte ein weiteres Indiz für diese Einschätzung sein.