Montag, 18. August 2014

Eon signalisiert Entwarnung



Bild: Fotolia.com, WoGi

Neben Wintershall sieht auch der Eon-Konzern sein Energiegeschäft in Russland noch nicht von Auswirkungen westlicher Sanktionen gegen Moskau betroffen.

„Unmittelbare Auswirkungen der Sanktionen auf unsere Aktivitäten in Russland sehen wir im Moment nicht“, sagte am 13. August bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten Johannes Teyssen, der Vorstandsvorsitzende der Eon SE. „Russland bleibt ein wichtiges Geschäft“, stellte er klar. Wenige Tage davor hatte auch Wintershall-Vorstandschef Rainer Seele im Interview mit E&M erklärt, er sehe „derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen auf unser Geschäft“.

Der Düsseldorfer Eon-Konzern ist im Strom- und im Gassektor in Russland aktiv und hat dort in den letzten Jahren knapp 10 Mrd. Euro investiert. Unter anderem in ein neues Kraftwerk, das im nächsten Jahr in Betrieb gehen wird, in die Gasförderung im sibirischen Juschno Russkoje und in die Transitpipeline Nord Stream durch die Ostsee. Darüber hinaus bezieht der deutsche Konzern Jahr für Jahr gut ein Drittel bis knapp die Hälfte seines Gases aus Russland. Das Geschäft in Russland sei im letzten Jahr ein „solider Ergebnisträger“ gewesen, bekräftigte der Konzernchef.

Die Gasproduktion in Jushno Russkoje laufe „sehr gut“ und steige sogar leicht an. Auch beim Geldfluss aus Russland – Eon bekommt nach Teyssens Auskunft aus seinen Engagements jedes Jahr mehrere hundert Millionen Euro Dividende – sei keine Veränderung in Folge der Sanktionen festzustellen. „Alle Beträge sind im Sommer ohne Probleme überwiesen worden.“

Die Gefahr für die Gasversorgung Deutschlands und Westeuropas im nächsten Winter in Folge der Ukraine-Krise schätzt Teyssen als relativ gering ein. Eon betrachte die derzeitigen Ereignisse in der Ukraine zwar mit Aufmerksamkeit und Sorge, er erwarte jedoch nach den heutigen Speicherständen in Europa nicht, dass es hier zu Versorgungsengpässen komme. Für Südosteuropa könne das jedoch anders aussehen.

Klar definierte Gaslieferverträge


Auch einen Einfluss der Sanktionen gegen Russland auf den Preis für russisches Gas hält Teyssen für fast ausgeschlossen. Die Gasbezugsverträge mit Gazprom seien „extrem klar in der Definition“, so Eon-Finanzchef Klaus Schäfer. „Die vertraglichen Preise werden sich nicht ändern“, ergänzte Teyssen. Eine einseitige Anhebung „wäre für den Produzenten nicht sinnvoll“.

Indes verhandelt Eon wie schon vor zwei Jahren erneut mit Gazprom über eine Anpassung des aktuellen Gasbezugspreises an die Marktgegebenheiten. Sollte es nicht zu einer Einigung auf dem Verhandlungsweg kommen, werde die Preisfrage im nächsten Jahr vor einem internationalen Schiedsgericht landen. Dies sei „nichts Ungewöhnliches oder Spektakuläres“ sondern ein ganz normaler Vorgang innerhalb der regelmäßigen Neuverhandlungen.

Eon und Gazprom hatten im Juli 2012 in Verhandlungen über ihre langfristigen Gaslieferverträge eine Einigung über eine rückwirkende Anpassung der Preiskonditionen erzielt, deren positiven Effekt auf das damalige Halbjahresergebnis der Eon-Konzern auf etwa 1 Mrd. Euro taxierte. Bei den aktuellen Verhandlungen gehe es aber bei weitem nicht um diese Größenordnung, so Teyssen.

Indes war das Gasgeschäft des Konzerns im ersten Halbjahr 2014 rückläufig. Der Gasabsatz brach auf 519,4 Mrd. kWh ein – fast um ein Viertel gegenüber dem gleichen Zeitraum 2013 (679,7 Mrd. kWh). 

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August 14, 2014

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