Der zweitgrößte Energieversorger Deutschlands hat am 14. August seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2014 in Essen vorgestellt und die zeigen einen deutlichen Ergebnisrückgang: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 um 32 % auf 3,4 Mrd. Euro und das betriebliche Ergebnis um 40 % auf 2,3 Mrd. Euro. Wie das Unternehmen mitteilte sei im Ergebnis 2013 allerdings ein hoher Einmalertrag aus dem Schiedsurteil im Preisrevisionsverfahren mit Gazprom enthalten.

RWE befinde sich in einer schwierigen operativen Lage, teilte der Konzern weiter mit. Das um Sondereinflüsse bereinigte nachhaltige Nettoergebnis ging um 62 % auf 0,7 Mrd. Euro. Der Umsatz ging um 10 % von 27,7 auf 25,2 Mrd. Euro zurück. Die Nettoschulden blieben mit rund 31 Mrd. Euro relativ stabil.

Drei konventionelle Kraftwerke gehen vom Netz


Die Stromerzeugung ging um 11 % zurück und lag bei rund 100 Mrd. kWh. Nach Auskunft von RWE macht sich hier unter anderem die Stilllegung von den zwei Kraftwerken Didcot A und Tilbury in Großbritannien bemerkbar. Der Stromabsatz sank ebenfalls um 6 % auf 128,4 Mrd. kWh. Der Gasabsatz ging um 22 % auf 148,2 Mrd. kWh zurück. Vor allem beim Gas habe das milde Wetter deutliche Spuren hinterlassen sowie der Wettbewerbsdruck bei den Industriekunden, die vor allem in den Niederlanden verstärkt wechseln würden.

Der Konzern reagiert unter anderem mit Kraftwerks-Stilllegungen. Die RWE Generation SE will im dritten Quartal 2015 das Braunkohlekraftwerk Goldenbergwerk in Hürth mit einer Kapazität von 110 MW vom Netz nehmen und Anfang 2016 Block C des Steinkohlekraftwerks Westfalen in Hamm mit 285 MW. Dem Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur seien diese Stilllegungen bereits angezeigt worden. Sollten sich die Marktbedingungen nicht verändern, so RWE weiter, werde auch der mit Steinkohle befeuerte Teil von Block K im Gersteinwerk in Werne mit 610 MW im ersten Quartal 2017 den Betrieb einstellen. Zudem kündigte der Konzern an, dass Bezugsverträge in einer Größenordnung von 470 MW Ende diesen Jahres auslaufen.

Die bereits gekürzte Prognose für das Nettoergebnis 2014 von 1,2 bis 1,4 Mrd. Euro werde RWE aber voraussichtlich halten können, meldete eine Nachrichtenagentur und bezog sich dabei auf „glaubhafte Branchenbeobachter“.