Montag, 29. September 2014

Große Pläne für die Windkraft


Bild: Fotolia.com, YuI 
Einer neuen Studie zufolge könnte die Windenergie ab dem Jahr 2030 rund ein Viertel des österreichischen Strombedarfs decken. An Hindernissen für den Ausbau ist allerdings ebenfalls kein Mangel. Bis 2020 könnte sich die Leistung der in Österreich installierten Windräder auf 3 800 MW erhöhen, verglichen mit 2 200 MW, die voraussichtlich noch bis zum Jahresende erreicht werden. Bis 2030 ist ein weiterer Leistungsanstieg auf etwa 6 650 MW möglich. Der rechnerische Anteil der Windkraft an der Deckung des österreichischen Strombedarfs würde sich damit von 7,5 % auf 13,5 % bzw. 24 % erhöhen, wobei ein jährlicher Bedarfszuwachs von 1 % angenommen wird. Das zeigt die Studie „Das realisierbare Windpotenzial Österreichs für 2020 und 2030“, die vom technischen Büro Energiewerkstatt im Auftrag der Interessengemeinschaft (IG) Windkraft erstellt und am 18. September in Wien präsentiert wurde. Erfolgt der Ausbau so, wie in der Studie angenommen, würde das gesetzlich vorgesehene Ziel, die Leistung der österreichischen Windparks bis 2020 auf 3 000 MW zu erhöhen, übertroffen. Die notwendigen Investitionskosten wurden nicht erhoben, teilte IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl auf Anfrage von E&M Powernews mit. Noch vor dem Sommer hatte die IG Windkraft allerdings Alarm geschlagen: Aufgrund der ab 2016 auslaufenden Förderungen für ältere Windparks drohe ein Leistungsverlust von rund 200 MW pro Jahr, womit das Ausbauziel für 2020 gefährdet sei. Moidl sieht jedoch keinen Widerspruch zwischen den damaligen Aussagen und den nun vorgelegten Szenarien: Er wolle ja gerade verhindern, „dass die 200 MW pro Jahr aus dem Markt gehen.“ Die neue Studie gehe davon aus, dass dies gelingt. Grundsätzlich solle sie zeigen, was wirtschaftlich machbar sei – freilich nur, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. So wünscht Moidl, dass das geltende Ökostromgesetz noch „für längere Zeit aufrecht bleibt“. Darüber hinaus müssten aber auch die Bundesländer „ein positives Umfeld“ bieten. Als Musterland gilt das Burgenland mit einer installierten Leistung von 1 000 MW. Dank einer fast ausschließlich auf Windkraft beruhenden Stromerzeugung von rund 1 660 GWh pro Jahr und einem Jahresbedarf von knapp 1 560 GWh hat das östlichste Bundesland Österreichs laut Moidl die angestrebte bilanzielle „Stromautarkie“ erreicht.

Flaute bis Gegenwind

Sonst herrsche aber eher Flaute, wenn nicht gar Gegenwind. In Niederösterreich etwa, wo zurzeit ebenfalls rund 1 000 MW installiert sind, gilt seit Mitte 2014 ein Zonenplan. Danach dürfen Windräder nur auf 1,5 % der Landesfläche errichtet werden. Moidl zufolge bestehe die Gefahr, dass das Land sein Windkraft-Ausbauziel von 1 900 MW im Jahr 2020 verfehlt. Und „da Niederösterreich das größte Windpotenzial in Österreich hat, hat das Bundesland auch eine starke Vorbildwirkung“. Auch die Steiermark und Oberösterreich nutzten ihre Möglichkeiten bislang nicht ausreichend. In den westlichen Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg drehe sich bis dato kein einziges Windrad. In Kärnten schließlich hemme die Windkraftstandorträume-Verordnung aus dem Jahr 2012 den Ausbau. Sie enthält einige Kuriosa. So dürfen Windräder nur dann gebaut werden, wenn sie aus einem Umkreis von 40 Kilometern nicht mit freiem Auge erkennbar sind. Die Verordnung zu ändern, ist geplant, aber frühestens 2016 möglich. Der für die Studie verantwortliche Energiewerkstatt-Geschäftsführer Hans Winkelmeier hält es dennoch für realistisch, dass die von ihm errechneten 3 800 MW im Jahr 2020 erreicht werden: „Wir haben alle uns zugänglichen Planungen, Genehmigungen und Vorgaben berücksichtigt.“ Aussagen darüber, wie es nach 2020 weitergehe, enthielten freilich auch ein gewisses „spekulatives Element“.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Windkraft in Österreich wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

September 22, 2014

Klaus Fischer

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