Montag, 29. September 2014

Verbraucherschützer fordern Preisanpassung



Bild: Fotolia.com, caruso13

Mehr als ein Drittel der Haushalte in Deutschland beziehen ihren Strom über die so genannte Grundversorgung. Nachdem die Strompreise an den Energiebörsen deutlich gesunken sind, müssten die günstigeren Beschaffungskosten von den Energieversorgern schneller an die Kunden des allgemeinen Grundtarifs weitergegeben werden. Seit 2010 sei der Stromeinkauf der Versorger über die Strombörsen im Schnitt um ein Viertel günstiger geworden. Viele Unternehmen hätten diese Entwicklung aber nicht an ihre Kunden weitergegeben, kritisiert die Verbraucherzentrale. In Nordrhein-Westfalen hatte die Verbraucherzentrale im Rahmen einer Langzeituntersuchung die Strompreisentwicklung aller 106 Grundversorger zwischen Ende 2010 und Juni 2014 analysiert. Danach seien die von den Versorgern selbst beeinflussbaren Preisbestandteile für Beschaffung, Vertrieb und Marge mit im Schnitt um 8,6 Cent/kWh seit 2010 fast konstant geblieben. Aufgrund der günstigeren Beschaffungskosten hätten sie aber eigentlich sinken müssen, kritisiert die Verbraucherzentrale. Die Grundversorgung sei kein Tarif wie jeder andere, sondern diene in besonderer Weise der staatlichen Daseinsvorsorge, erklärte der Vorstand der Verbraucherzentrale Wolfgang Schuldzinski. Die Preise müssten in diesem Segment deshalb möglichst günstig sein und sich an den tatsächlichen Kosten orientieren. Viele schutzbedürftige Menschen, denen ein Wechsel in einen anderen Tarif schwerfalle oder unmöglich sei, würden automatisch in der Grundversorgung landen. Nur wer aktiv nach einem günstigeren Stromtarif suche, könne von den Preissenkungen profitieren, so die Verbraucherzentrale.

Der Branchenverband BDEW entgegnete, eine alleinige Analyse der Grundversorgungstarife sei wenig aussagekräftig, da die Mehrheit der Kunden inzwischen andere Tarife nutze. Strom werde vielfach mehrere Jahre im Voraus eingekauft, Preisrückgänge an der Börse könnten deshalb nicht zeitgleich an die Kunden weitergegeben werden. Laut BDEW haben die Stromversorger den von ihnen beeinflussbaren Kostenanteil seit 2009 relativ konstant gehalten. Dies sei aber durch den starken Steuer- und Abgabenanstieg mehr als wettgemacht worden, so der BDEW.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Strompreisentwicklung in Deutschland wurde bereitgestellt von:

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September 25, 2014

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