Donnerstag, 9. Oktober 2014

BDEW und VKU Hand in Hand mit Verdi

Bild: Fotolia.com, Tom-Hanisch

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Energiewirtschaftsverbände BDEW sowie VKU werden am 8. Oktober gemeinsam für die Einrichtung eines Kapazitätsmarktes zur Sicherung von konventioneller Stromerzeugung und von Arbeitsplätzen demonstrieren.„Wir brauchen einen Kapazitätsmarkt“, fordert Frank Bsirske. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch bis zu 20 000 Arbeitsplätze gefährdet, wenn nicht rasch ein solcher Mechanismus eingeführt werde, „der die Defizite des Strommarkts behebt und gesicherter Leistung einen Preis zuerkennt“, sagte er am 6. Oktober in Berlin. Aktuelle Gutachten, die die Notwendigkeit eines Kapazitätsmarktes in Zweifel ziehen, gingen von „äußerst problematischen Annahmen aus, die die derzeitige hohe Versorgungssicherheit gefährden würden“, ergänzte er. Die Vorschläge des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zur Einführung eines dezentralen Leistungsmarktes bezeichnete Bsirske als „ausgesprochen zielführend“. Die ungewöhnliche Allianz zwischen Gewerkschaft und Unternehmensverbänden bewertete er als „Sieg der Vernunft“. Der Gesetzgeber sollte schnellstmöglich die Grundlagen für die Einführung eines dezentralen Leistungsmarkts schaffen, um die schwierige wirtschaftliche Lage der konventionellen Stromerzeugung zu beheben und die Versorgungssicherheit zu stärken, forderte in Berlin auch Hildegard Müller. Der BDEW habe diese transparente, marktnahe, effiziente und europäisch ausgerichtete Lösung vor über einem Jahr vorgeschlagen, so die Vorsitzende der Geschäftsführung des Verbandes weiter. Versorgungssicherheit bekomme damit einen Wert und einen Preis. Alle Kraftwerke, Erneuerbare Energien, virtuelle Kraftwerke oder auch Speicher könnten auf diesem Markt gesicherte Leistung anbieten.

Versorger kaufen Zertifikate für gesicherte Leistung

Auf der anderen Seite des dezentralen Leistungsmarktes stehen nach den BDEW-Vorstellungen die Vertriebe vor Ort. Sie sollen verpflichtet werden, für ihre Kunden gesicherte Leistung zu besorgen. Aus dem Angebot und der Nachfrage nach gesicherter Leistung ergibt sich ein Preis. Dieser gelte dann für ein Produkt, das Versorgungssicherheitsnachweis genannt werde. „Wir wollen kein Hartz IV für Kraftwerke, sondern effiziente Kraftwerke unterstützen“, bekräftigte auch Bernd Willmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Mitglied des VKU-Präsidiums. Mittelfristig werde ein dezentraler Leistungsmarkt die Verbraucher sogar entlasten. Eine besondere Behandlung mahnten Gewerkschaft und Branchenverbände für die Kraft-Wärme-Kopplung an. Auch effiziente KWK-Anlagen könnten nicht mehr wirtschaftlich betreiben werden, kritisierten sie. Deshalb müsse möglichst rasch eine Novelle zum KWK-Gesetz parallel mit dem neuen Marktdesign kommen. Die KWK-Förderung muss dringend an die Marktbedingungen angepasst werden. Nur so ließen sich Investitionen in neue KWK-Anlagen sicherstellen. „Wir brauchen zudem rasch eine Übergangsregelung für Bestandsanlagen“, forderte Müller. Die EEG-Reform im August habe die Lage der KWK weiter verschärft, kritisierte die BDEW-Chefin. Die Bundesregierung strebe zwar noch einen KWK-Anteil von 25 Prozent an der Gesamtstromerzeugung bis 2020 an, es sei jedoch fraglich, ob das Ziel auch zu erreichen sei. Bereits jetzt blieben Investitionen in neue KWK-Anlagen vielerorts aus. Außerdem stünden viele Bestandsanlagen wirtschaftlich auf der Kippe. Der Handlungsdruck nehme von Tag zu Tag zu. Müller rief die Politik erneut zu raschen Veränderungen auf. „2015 muss ein Jahr der Entscheidungen werden“, sagte sie „Nicht zu handeln ist keine Alternative“. Verdi-Chef Bsirske, der sich ebenfalls für eine Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung aussprach, wird am 8. Oktober auf der zentralen Veranstaltung des Aktionstages der Gewerkschaft am RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem für einen Kapazitätsmarkt demonstrieren. BDEW-Chefin Müller will in Köln für das Anlegen der Energiebranche werben.

Der vorstehende Beitrag zum Thema BDEW und VKU Hand in Hand mit Verdi wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

Oktober 6, 2014

Peter Focht

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