Donnerstag, 2. Oktober 2014

Erdverkabelung kein Königsweg

 

Bild: Peter Holz  

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion geht davon aus, dass nur ein Zehntel der in Deutschland benötigten neuen Stromtrassen in die Erde verlegt werden kann. In der öffentlichen Diskussion ist häufig der Ruf nach Erdverkabelung zu vernehmen. Einer Meldung der Deutschen Presseagentur zufolge warnt Amprion jedoch davor, diese Art der Trassenführung als Königsweg anzusehen. Denn die Öffentlichkeit müsse sich darüber im Klaren sein, dass es bei einem höheren Anteil von Erdverkabelung schwieriger werde, die Stabilität des Netzes zu garantieren.

„Wir wissen heute noch nicht, ob und wie sehr wir die Zuverlässigkeit des Übertragungsnetzes damit schwächen“, sagte der technische Geschäftsführer Klaus Kleinekorte. Nur etwa ein Zehntel der hierzulande geplanten neuen Stromleitungen eigne sich für die Erdverkabelung. Wie ein Amprion-Sprecher gegenüber E&M Powernews erklärte, sei vor allem die Geologie dafür verantwortlich. Bei einem Trassenverlauf durch Mittelgebirge sei häufig felsiges Terrain anzutreffen. Außerdem stünden gewisse Naturschutzvorschriften einer Erdverkabelung entgegen. Auch in dicht besiedeltem Gebiet sei eine Verlegung in den Boden zum Teil schwierig, wenn dort beispielsweise kein Platz mehr sei für ein zusätzliches Kabel. Darüber hinaus sei die Wartung unterirdisch verlegter Kabel sehr aufwendig. Ein Problem stelle auch die Erwärmung der Kabel dar, die bis auf 50°C ansteigen könne. Zur Wärmeabfuhr werden sie in Flüssigerde mit Erdaushub und Zementanteil eingebettet. Ein wissenschaftliches Projekt untersucht derzeit, ob durch die Wärme das Wachstum von Getreide über den Kabeln beeinträchtigt wird.

Der vorstehende Beitrag zum Thema RWE Pilotprojekt wurde bereitgestellt von:

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September 30, 2014

Fritz Wilhelm

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