Samstag, 18. Oktober 2014

Fränkische Energie-Genossenschaft gegründet

 

Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle  

Mit der Genossenschaft Regionalstrom Franken e.G. wollen 80 Ökostromerzeuger vor allem aus Westmittelfranken ihre Energie besser vermarkten und regional verfügbar machen. Ein vierköpfiger Vorstand um den Volkswirt Rudolf Spanheimer wird die Geschäfte ehrenamtlich führen. Die Mitglieder wollen ihren Strom aus Erneuerbaren-Kraftwerken mit jeweils über 500 kW Leistung direkt vermarkten. Die Vermarktung an Stromhändler soll im genossenschaftlichen Verbund besser funktionieren, so die Idee. Klappt das, stehe die e.G. auch Betreibern kleinerer Kraftwerke offen, hieß es am 10. Oktober am Rande die Gründungsversammlung im mittelfränkischen Herrieden. Das Konzept ist auch für die nähere Zukunft interessant: Bereits 2018 fallen die ersten Ökostromanlagen nach 20 Jahren aus der sicheren EEG-Vergütung heraus; auch deren Strom könnte so über das Förderende hinaus weiter vermarktet werden. Hinter dem Konzept stecken CSU-Umweltfachmann Josef Göppel und seine Idee „Strom aus der Region für die Region“. Das lobt auch der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell aus Hammelburg: Die Genossenschaft werde „den Strombezug für die Bürger direkter und greifbarer machen und langfristig den Ökokraftwerken, die aus dem aus dem EEG fallen, eine alternative Vermarktung ermöglichen.“

Alternative zum Netzausbau

Durch das regionale Zusammenwirken verschiedener erneuerbarer Energieträger könne der Ausgleich von Windflauten und sonnenlosen Nachtzeiten via Biogasspeicher vor Ort geschehen. Der viel kritisierte Ausbau gewaltiger Stromnetze könne minimiert werden, so ein Leitgedanke für die Genossen. Und weil in der Region die Netze in fast einer Hand liegen – bei der N-Ergie in Nürnberg – könne dieser Strom sogar direkt in die Frankenmetropole geleitet werden. Für die Idee hat Göppel bereits bei Energieminister Sigmar Gabriel geworben und aus dessen Behörde vernommen: „Wenn es jemand schafft, Strom außerhalb des EEG zu vermarkten, dann wäre das ein Modellvorhaben wert.“ Auf diese Weise könnte dieses „Modell Mittelfranken“ sogar bundesweite Strahlkraft bekommen, hofft Göppel. Nürnbergs Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Ulrich Maly (SPD) unterstützt dessen Initiative seit Langem. Sie beschleunige die Integration der erneuerbaren Energien in den Markt und bringe „die Energiewende einen realen Schritt voran“, erklärte Maly mehrfach. Nürnbergs Grüner Umweltreferent Peter Pluschke, der den OB bei der Genossenschaftsgründung vertrat, bekräftigte: „Ihr Angebot und unsere Erwartungen treffen sich.“ Göppel fordert insgesamt mehr Regionalität bei Stromerzeugung und Vermarktung. „Jeden einzelnen Erzeuger kennen: Nur das bietet Garantie.“ Doch um das fränkische Modell weiter zu verbreiten, „muss der gesetzliche Herkunftsnachweis für Strom noch auf die regionale Direktvermarktung ausgedehnt werden.“ Zwar stehe die Verordnungsermächtigung dafür im EEG 2014. Die habe Energieminister Gabriel aber noch nicht unterschrieben, so der CSU-Abgeordnete.

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Energie & Management

Oktober 11, 2014

Heinz Wraneschitz

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