Mittwoch, 15. Oktober 2014

In Kanada gelingt die CO2-Abscheidung

Bild: Fotolia.com, TwilightArtPictures

Die hohen CO2-Emissionen sind der größte Nachteil der Stromerzeugung aus Kohle. Ein kanadischer Kraftwerksbetreiber zeigt nun einen gangbaren Ausweg, um Steinkohle künftig umweltfreundlich zu verbrennen.Seit mehr als zehn Jahren bemühen sich Verfahrenstechniker in aller Welt um das so genannte Carbon Capture and Storage (CCS), also die Abscheidung und Lagerung von CO2 aus den Abgasen von Kohlekraftwerken. Mehr als 20 Mrd. US-Dollar, umgerechnet rund 16 Mrd. Euro sind bislang weltweit für Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet ausgegeben worden. Nach schier unzähligen Rückschlägen funktioniert diese Technik nun endlich − in einem Kohlekraftwerk in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Im Kohlekraftwerk SaskPower werden nun 90 % der CO2-Ausscheidungen eingefangen. Das verhindert, dass jährlich etwa eine 1 Mio. t CO2 in die Luft emittiert werden. Dieses CO2 wird stattdessen großenteils zu nahe gelegenen Ölfeldern gepumpt und dort in die Bohrlöcher gepresst. Dabei hilft es, auch noch die letzten Mengen gewinnbaren Öls an die Oberfläche zu treiben. Das für diese Zwecke nicht benötigte Kohlendioxid wird von Sask Power in alten Ölfeldern tief unter der Erde dauerhaft abgespeichert. Aber ein hoher Investitionsaufwand kennzeichnet die neue Kraftwerkstechnik. Die CCS-Technik ist im Prinzip seit mehreren Jahren genau bekannt. Bei der Verwirklichung in Kohlekraftwerken steckt allerdings der Teufel im Detail. Die allermeisten bisherigen Versuche in Europa und Nordamerika führten zu erheblichen Zeitverzögerungen beim Bau, zu ungewöhnlich hohen Überschreitungen der Kostenansätze und damit vielfach zum Aus für die neue Technik. Die kanadische Regierung hat sich allerdings davon nicht abschrecken lassen. Zu den Baukosten des neuen Sask Power − Kraftwerks von rund 1,4 Mrd. US-Dollar hat die kanadische Regierung immerhin 240 Mio. US-Dollar hinzugegeben. Das ist sehr viel und doch deutlich weniger als die echten Kosten betragen haben. Nach den Erfahrungen von Sask Power ist davon auszugehen, dass die Investitionskosten für ein neues Kohlekraftwerk durch eine gut funktionierende CCS-Anlage um bis zu 100 % steigen können. Die Exekutiv-Direktorin der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Maria van der Hoeven, hat den kanadischen CCS-Erfolg geradezu enthusiastisch begrüßt: „Wir wünschen dem Kraftwerksbetreiber allen Erfolg dabei, der Welt zu zeigen, dass CCS nicht etwa Science-Fiction sondern unsere heutige Realität ist.” Konkret geht es auch für die IEA darum, zu beweisen, dass Steinkohle nicht nur eine der schmutzigsten fossilen Energien ist, sondern, dass Steinkohle mit der neuen Technik auf Dauer eine wertvolle Energie bleiben kann, die die Ziele der Klimapolitik in keiner Weise gefährdet. Maria van der Hoeven formuliert das so: „CCS ist die einzige heute bekannte Technik, die es erlaubt, fossile Brennstoffe weiter zu benutzen und zugleich die Energiezeugung vom Kohlendioxid zu befreien.”

Der vorstehende Beitrag zum Thema CO2-Abscheidung wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

Oktober 6, 2014

Katharina Otzen

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