Donnerstag, 30. Oktober 2014

Lichtblick sieht Strompreise steigen




Bild: Peter Holz 

Trotz der sinkenden EEG-Umlage geht der Hamburger Versorger Lichtblick davon aus, dass die deutschen Kunden im kommenden Jahr mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Grund dafür seien die steigenden Netzentgelte.
"Im Windschatten der Energiewende drehen die Netz-Monopolisten erneut an der Preisschraube. Dabei gibt es keine Investitions- und Kostentransparenz für die Verbraucher", sagt Heiko von Tschischwitz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Lichtblick. Laut einer Analyse des Unternehmens werden 24 von 33 großen Netzbetreibern zum Jahreswechsel ihre Netzentgelte erhöhen. Besonders betroffen seien dabei Privatkunden im Netzgebiet der Schleswig Holstein Netz AG. Den Lichtblick-Angaben nach steigen hier die Netzgebühren um rund 43 Euro netto. Dies entspreche einem Plus von 19 %. Auch die Netze BW GmbH (+13 %) oder die Wemag Netz GmbH (+10 %) werden ihre Netzentgelte erhöhen.

Verantwortlich für die steigenden Gebühren sind nach Ansicht von Lichtblick neben mangelnder Transparenz vor allem hohe Renditegarantien und fehlende Innovationen. "Die Politik muss für schärfere Kostenkontrollen sorgen", fordert von Tschischwitz. "Die Verbraucher zahlen sonst weiterhin die Zeche für das undurchsichtige Spiel der Netz-Monopolisten."

Auch der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) in Berlin kritisiert die höheren Netzentgelte, die "für die Verbraucher zu einer immer größeren Belastung" werden. Gerade für unabhängige Lieferanten werde es immer schwieriger, rechtzeitig an verbindliche Angaben zu Entgelten und Umlagen zu kommen und diese den Kunden auszuweisen. Die deutschen Netzbetreiber mussten bis zum 15. Oktober ihre neuen Netzentgelte für 2015 vorlegen. Allerdings sind diese Daten nur vorläufig, Korrekturen sind noch bis zum Jahresende möglich. „Durch die Energiewende entsteht zwar zusätzlicher Druck auf die Netze. Die ineffiziente und zersplitterte Struktur mit über 900 Stromverteilnetzbetreibern in Deutschland treibt die Kosten aber völlig unnötig in die Höhe“, erklärte bne-Geschäftsführer Robert Busch in einer Aussendung.

Stromkunden müssen sich auch auf einen Anstieg der sogenannten Umlage nach § 19 einstellen. Sie wird sich im Jahr 2015 um mehr als das Doppelte auf 0,227 Ct/kWh erhöhen. Die Umlage entsteht, weil energieintensive vergünstigte Netzentgelte zahlen. Die Einnahmenverluste können sich die Netzbetreiber bei den übrigen Verbrauchern zurückholen.

Der bne sieht in den vielen Umlagen, Entgelten und Steuern auf den Strompreis eine immer größere Belastung. „Die Bemühungen der Politik, die Kosten der Energiewende zu begrenzen, beispielsweise durch Senkung der EEG-Umlage, verpuffen für die Verbraucher angesichts steigender Netzentgelte und anderer Abgaben vollkommen wirkungslos“, betont Busch.
Der vorstehende Beitrag zum Thema Strompreis-Anstieg wurde bereitgestellt von:
Energie & Management
Oktober 22, 2014
Andreas Kögler
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