Montag, 20. Oktober 2014

Next Kraftwerke auch in Österreich aktiv

 

Bild: Fotolia.com, YuI 

Die Next Kraftwerke GmbH bietet nun auch in Österreich die Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien an. „Nachdem wir unser virtuelles Kraftwerk erfolgreich in Deutschland am Markt etabliert haben, ist es der konsequente Schritt, in ähnlich strukturierte Strommärkte zu expandieren“, begründet Lisann Krautzberger, Geschäftsführerin der Next Kraftwerke AT GmbH, die Eröffnung der Tochtergesellschaft in Wien. Mehrere Wasserkraftwerke sowie eine Biogasanlage seien bereits unter Vertrag genommen worden. „Derzeit integrieren wir die Anlagen in unser System, damit wir so bald wie möglich mit der Direktvermarktung beginnen können“, sagte ein Unternehmenssprecher in Köln. Ziel ist, auch in der Alpenrepublik ein möglichst breites Portfolio an dezentralen Erzeugungsanlagen aufzubauen. In Deutschland hat das Kölner Unternehmen inzwischen eine Kapazität von rund 1 200 MW in ihrem virtuellen Kraftwerk gebündelt, die über die hausinterne Handelsabteilung an den Strombörsen vermarktet wird. Darüber hinaus werden damit Systemdienstleistungen wie Sekundär- oder Tertiärreserveleistung bereitgestellt. Den Angaben zufolge sind in dem Kraftwerkspool Anlagen mit 765 MW Gesamtleistung fernsteuerbar, eine Kapazität von etwa 480 MW wird zur Regelenergievermarktung herangezogen. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Unternehmen in seinem Pool eine Verfünffachung von flexiblen Biogasanlagen am Spotmarkt. Im September 2014 nahmen 109 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 43 MW an der bedarfsorientierten Stromerzeugung im Next Pool teil – zu Jahresbeginn seien es lediglich 20 Anlagen gewesen. In diesem Vermarktungsmodell erhalten die Anlagenbetreiber einen wöchentlichen Fahrplan der Handelsabteilung von Next Kraftwerke, der anhand von aktuellen Preisprognosen für den Day-Ahead-Markt der Börse Epex Spot eine strompreisoptimierte Anlagenschaltung umfasst. Diese Schaltung wird entweder vom Betreiber selbst durchgeführt oder über eine Fernwirkeinheit veranlasst, die bereits für die Regelenergiebereitstellung an der Anlage verbaut wurde. Bei der bedarfsorientierten Fahrweise lassen sich den Angaben zufolge zwei Schaltmuster unterscheiden: „Während manche Anlagenbetreiber nur einen Schaltzyklus pro Tag bevorzugen und somit meist eine HT/NT-Fahrweise umsetzen, wählen andere Betreiber zwei Schaltzyklen pro Tag, um die beiden besten Preisblöcke am Day-Ahead-Markt abzufahren.“ Die Möglichkeit zur zusätzlichen Lieferung von Regelenergie auf Geheiß der Übertragungsnetzbetreiber zur Stabilisierung der Netzfrequenz bleibt von der verstärkt bedarfsorientierten Fahrweise unberührt. „Selbst bei konservativen Schaltzyklen erreichen wir gemeinsam mit dem Betreiber bei entsprechender Fahrplantreue Mehrerlöse von bis zu 0,5 Cent pro Kilowattstunde“, beziffert Tobias Frisch, Stromhändler bei Next Kraftwerke, die finanziellen Auswirkungen einer strompreisoptimierten Fahrweise. Bei einer höheren Anzahl an Schaltzyklen und einer Platzierung der Anlagenflexibilität am Intraday-Markt sei dieser Wert „noch einmal deutlich zu schlagen“.

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Energie & Management

Oktober 16, 2014

Michael Pecka

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