Dienstag, 25. November 2014

EnBW-Klage stoppt vorerst neue Offshore-Netzanschlüsse

Bild: Fotolia.com, zentilia

Durch eine Klage des EnBW-Konzerns werden sich die Netzanschluss-Arbeiten für neue Offshore-Windparks wohl verzögern.Die Klage kommt nicht unerwartet: Ende Oktober hatte die Bundesnetzagentur bekannt gegeben, welche Investoren in den nächsten Jahren einen Netzanschluss für ihre Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee erhalten. Bei diesem sogenannten Kapazitätszuweisung verfahren ist die Energie Baden-Württemberg (EnBW) leer ausgegangen. Nur über eine Versteigerung kann der Karlsruher Konzern den unverzichtbaren Netzanschluss für das Projekt „Hohe See“ erhalten. Allerdings muss sich EnBW mit einem höheren Gebot gegen zwei Mitbewerber durchsetzen, die ihre Hochseewindpark auch an die Konverterstation BorWin3 anschließen wollen.

Gegen diesen Beschluss der Bonner Behörde hat EnBW unlängst Klage beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, hat die Bundesnetzagentur darauf verzichtet, das Gros der eigentlichen unstrittigen Netzanschlusszusagen an die Investoren zu verschicken. Der Offshore-Windbranche droht deshalb eine Verzögerung für die zweite Ausbauphase. Einen Termin für die Eilentscheidung des OLG Düsseldorf konnte ein BNetzA-sprecher gegenüber E&M Powernews nicht nennen: „Wir hoffen auf eine schnelle Entscheidung vor Weihnachten, damit keine Unsicherheit in der Offshore-Windbranche aufkommt.“
Darauf setzt auch das Bundeswirtschaftsministerium. Bei der offiziellen Einweihung des Offshore-Windparks Meerwind Süd-Ost sagte der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Beckmeyer: „Das Kapazitätszuweisungsverfahren ist von zentraler Bedeutung für den weiten Offshore-Windenergieausbau. Ich hoffe, dass es nun nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.“ Derzeit sind knapp ein halbes Dutzend Offshore-Windparks in Bau, womit sich die Kapazität nach Zahlen der Netzbetreiber bis Ende 2015 auf rund 3 250 MW erhöht. Damit die Bundesregierung ihr Ausbauziel von 6 500 MW bis Ende dieser Dekade erreicht, ist eine zweite Ausbauwelle notwendig. Der Start dieser neuen Projekte scheint sich durch die EnBW-Klage aber zu verzögern, ohne Netzanschluss werden die Investoren wohl kaum Windturbinen oder Seekabel bestellen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema ENBW-Klage wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

November 10, 2014

Ralf Köpke

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