Sonntag, 22. Februar 2015

Bundeswehr robbt sich an die Windkraft heran

Bild: Fotolia.com, DeVIce

Beim künftigen Bau neuer Windturbinen hofft die Windbranche auf eine bessere Kooperation mit der Bundeswehr, insbesondere mit der Luftwaffe.Der Optimismus beim Bundesverband Windenergie (BWE) basiert auf einem jüngst abgeschlossenen, einjährigen Pilotversuch, bei der eine „bedarfsgerechte Freischaltung der Lufträumen“ an den Bundeswehrflugplätzen in Rostock/Laage sowie im nordfriesischen Hohn/Alt-Duvenstedt getestet worden ist. Dank einer optimierten Software konnten dort in der Nähe errichtete Windturbinen immer dann abgeschaltet werden, wenn sich Maschinen der Luftwaffe den Flugplätzen näherten. So ließen sich Störungen, die ansonsten durch die drehenden Rotoren der Windenergieanlagen auf das Flugsicherungsradar der Bundeswehr auftraten, deutlich begrenzen.

Dieses System hat, so BWE-Präsident Hermann Albers, die zuständigen Stellen bei der Bundeswehr überzeugt: „Mit ihrer grundsätzlichen Zustimmung zu dieser bedarfsgerechten Freischaltung macht die Bundeswehr deutlich, dass sich Luftverkehrssicherheit und Windenergienutzung sinnvoll koordinieren lassen.“ Albers hofft, dass sich die vorliegenden Erfahrungen bei den Flugplätzen der Luftwaffe auch auf den „zivilen Bereich“ übertragen lassen.
Was wichtig ist. Seit geraumer Zeit scheitern immer mehr geplante Windparks an den Einsprüchen der Deutschen Flugsicherung (DFS), die den Radius für ihre zur Navigation eingesetzten Drehfunkfeuer von 3 auf 15 km erhöht hat. Im Sommer 2013 veröffentlichte der BWE die Ergebnisse einer Umfrage, wonach rund 3 500 MW Windkraftleistung wegen Problemen mit den zivilen oder militärischen Luftfahrtbehörden in der Warteschleife hingen. Allein die Hälfte der Projekte erhielt keine Baugenehmigung wegen des ausgeweiteten Radius um die Drehfunkfeuer.
Der Schaden ist immens. „Allein wegen der Drehfunkfeuer-Problematik sprechen wir über einen unnötigen Investitionsstau von mehr als 300 Millionen Euro“, bezifferte der Leipziger Fachanwalt Martin Maslaton diese Summe in einem E&M-Interview. Bis heute sind die Probleme mit der DFS nicht beigelegt, im Gegenteil: Ende Januar unterstützte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in einem Eilverfahren die ablehnende Haltung der Deutschen Flugsicherung, die durch einen geplanten Windpark in der Wesermarsch die Flugsicherung rund um den Bremer Airport gefährdet sieht. Auch wenn das Hauptverfahren in diesem Fall noch aussteht, sorgt es für Verunsicherung bei Windkraft-Investoren. „Gerade deshalb ist die Entscheidung der Bundeswehr zur bedarfsgerechten Freischaltung ein solch wichtiges Signal für die zivile Luftverkehrssicherung“, betont BWE-Präsident Albers.

Der vorstehende Beitrag zum Thema  Bundeswehr und Windkraft  wurde bereitgestellt von:

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Februar 16, 2015

Ralf Köpke

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