Donnerstag, 5. Februar 2015

DIW lobt Bundesnetzplanung mit weniger Braunkohle

 

Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger 
Für die Planung des Ausbaus im Übertragungsnetz wird nun auch der Klimaschutz als Prämisse gesetzt. Darauf weist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem aktuellen Wochenbericht hin. Demnach werden für die Ausbauplanung des Transportnetzes Szenarien zugrunde gelegt, in denen die Klimaschutzziele der Bundesregierung für den Stromsektor explizit enthalten sind. Gegenüber früheren Planungen werde auch von weitaus geringeren Braunkohlekapazitäten ausgegangen, verdeutlichen die DIW-Energieexperten Christian von Hirschhausen und Claudia Kemfert
„Der Netzausbau kann und soll nicht nur der Sicherheit der Stromversorgung, sondern auch dem Klimaschutz dienen“, betont von Hirschhausen. „Deshalb ist der neue Szenariorahmen 2025 ein entscheidender Schritt hin zu einem zukunftsfähigen Stromnetz.“ Bisher enthielt die Netzentwicklungsplanung bereits Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und berücksichtigte den Atomausstieg und den Europäischen Emissionshandel. Der Szenariorahmen 2025 enthält erstmals auch Szenarien, die explizit die deutschen Klimaschutzziele für den Stromsektor einbeziehen. Die CO2-Emissionen des Kraftwerksparks müssen dementsprechend von 317 Mio. t im Jahr 2013 auf 187 Mio. t bis 2025 gesenkt werden, bis 2035 auf rund 134 Milo. t. Auf Basis dieses Szenariorahmens wird der Netzentwicklungsplan erstellt, der wiederum die Grundlage des Bundesbedarfsplangesetzes ist.
Entgegen dem Entwurf der ÜNB, der eine erhebliche Steigerung der Braunkohle-Kapazitäten vorgesehen habe und entgegen früheren Planungen, gehe der Szenariorahmen 2025 von einem schnelleren Braunkohleausstieg aus, unterstreichen die DIW-Experten. Die nun von der Bundesnetzagentur genehmigte Fassung enthält – je nach Szenario – eine gegenüber früheren Planungen um 5 bis 7 GW reduzierte Braunkohlekapazität. „Das entspricht rund einem Drittel der heute in Deutschland installierten Braunkohlekraftwerksleistung“, heißt es dazu. Statt heute 21,2 GW installierte Leistung aus Braunkohlekraftwerken werden nach dem Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan für das Jahr 2025 nur noch zwischen 14,2 GW und 10,2 GW Leistung aus Braunkohlekraftwerken unterstellt. Die DIW-Experten sprechen sich bereits seit längerem einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung aus, was gleich mehrere Effekte hätte: Das deutsche Klimaschutzziel für 2020 könnte besser erreicht werden, Überkapazitäten würden abgebaut und damit der Börsenstrompreis stabilisiert und der Strukturwandel in der Erzeugung beschleunigt.

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Februar 04, 2015

Angelika Nikionok-Ehrlich

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