Montag, 23. Februar 2015

Hochspannungsnetz bringt Breitbandanschluss


Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
Das Bayernwerk öffnet seine betriebsinternen Glasfasernetze zur Überwachung des Stromnetzes für Internetanbieter. 700 bayerische Kommunen können so an das schnelle Internet angeschlossen werden. Die Idee wird auch schon von Übertragungsnetzbetreibern geprüft.Nicht nur Verteilnetzbetreiber, sondern auch die Betreiber von Hochspannungsnetzen können beim Ausbau schneller Internetanschlüsse auf dem Land helfen. Das macht jetzt das Bayernwerk vor. Das Unternehmen hatte Mitte vergangenen Jahres das bayerische Hochspannungsnetz von Eon übernommen. Dieses verfügt zur Überwachung und Kontrolle bereits heute über ein eigenes Glasfasernetz mit einer Länge von 4 000 km. Dieses schnelle Kommunikationsnetz bringt das Bayernwerk jetzt in die Kooperation mit Breitbandanbietern ein. „In unserem Glasfaser-Netz haben wir rund 1 100 Verbindungsstellen, also Breitbandanschlüsse. Damit bringen wir das Glasfasernetz in die greifbare Nähe von rund 700 bayerischen Kommunen“, sagte Bayernwerk-Chef Raimund Gotzel am 12. Februar bei der Vorstellung der Initiative gemeinsam mit dem bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU). „Indem wir unser Glasfasernetz für die bayerische Breitbandversorgung bereitstellen, verleihen wir der Digitalisierung im ländlichen Raum Rückenwind, geben einen gesellschaftlichen Impuls und stärken unsere kommunalen Kunden“, so Gotzel.
Hoch- und Höchstspannungsnetze in Deutschland werden von den Betreibern in vielen Fällen durch eigene Glasfasernetze überwacht, um möglichst sofort auf Störungen reagieren zu können. Dabei wird nur ein Bruchteil der vorhandenen Übertragungskapazität ausgenutzt. Bei Freileitungen sind die Glasfasern oft in den Blitzschutzseilen integriert, die an den Mastspitzen geführt werden.  
Die Leitungen führen oft durch ländliche Gebiete, wo die Kommunen bislang in vielen Fällen unter schlechter Internetversorgung leiden. Die Kommunikationsleitungen der Stromnetze könnten hier für eine schnelle Anbindung sorgen. Betreiber von Übertragungsnetzen überprüfen bereits, ob sie durch die Anbindung von Kommunen an Neubautrassen den betroffenen Bürgern vielleicht sogar einen direkten Nutzen neuer Stromtrassen bieten können. 
Der Netzbetreiber Bayernwerk will das Thema künftig auch bei unterirdischen Neubaumaßnahmen im Auge behalten: Das Unternehmen begleite die „bayerische Energiewende mit intensiven Netzbaumaßnahmen in allen Regionen unseres Netzgebietes“, sagte Gotzel: „In diesem Jahr wenden wir rund 400 Millionen Euro dafür auf. Unsere umfangreichen Verkabelungs- und Erneuerungsmaßnahmen im Energienetz rufen geradezu danach, offene Kabelgräben in einem Atemzug auch für die Verlegung von Breitbandkabel oder Leerrohren zu nutzen.“ Ingesamt betreibt das Bayernwerk Stromleitungen mit einer Länge von rund 152 000 km. 
Nach den Worten Gotzels wird das Bayernwerk sich aber auch beim Breitbandausbau vor allem auf die Rolle des Energienetzbetreibers konzentrieren: „Wir bringen den Breitbandausbau mit auf den Weg. Wir bieten aber keine Kundenprodukte an.“ Mit seinen Ressourcen könne das Bayernwerk als kräftiger Turbo für den bayerischen Breitbandmotor wirken. Partner für den Betrieb der Breitbandangebote und deren Vermarktung sind die Anbieter amplus, Deutsche Telekom, Inexio, M-net, smart-DSL und Thüga MeteringService.  

Der vorstehende Beitrag zum Thema Hochspannungsnetz wurde bereitgestellt von:

Energie & Management
Februar 16, 2014
Timm Krägenow
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