Freitag, 13. Februar 2015

Keil: Auch bei Direktvermarktung von Biomasse erwarte ich eine zunehmende Konsolidierung

Bild: Fotolia.com, iQoncept


Die Energy2market GmbH ist der bundesweit größte Direktvermarkter bei Strom aus Biomasse. E&M sprach mit Geschäftsführer Andreas Keil über Chancen auf höhere Erlöse.


E&M: Herr Keil, macht das Geschäft eines Direktvermarkters angesichts der sinkenden Margen und der anhaltenden Preiskämpfe derzeit noch Spaß? Keil: Schöne Suggestivfrage. Höhere Margen machen immer mehr Spaß als niedrigere. Dennoch gibt es für mich unter den Direktvermarktern Unterschiede: Wenn wir nur Wind und Solar im Portfolio hätten, würde ich durchaus sagen, dass das Geschäft grenzwertig ist. In Verbindung mit der Biomasse stehen wir viel besser da. Mit der steuerbaren Biomasse sind wir wesentlich flexibler aufgestellt. Wir können auf die Preissignale aus dem Markt reagieren. "Wer mit der Biomasse punkten will, der muss über ein virtuelles Kraftwerk verfügen" E&M: Wenn Sie sagen, dass die Geschäfte allein mit Wind- und Solarportfolios grenzwertig sind, erwarten Sie eine zunehmende Konsolidierung bei den Direktvermarktern? Keil: Dieser Prozess läuft und ist noch nicht abgeschlossen. Für die kommende Zeit erwarte ich aber mehr Kooperationen und Zusammenlegungen von Portfolios. Bei den steuerbaren erneuerbaren Energien erwarte ich eine ähnliche Entwicklung, für die es andere Ursachen gibt. Wer mit der Biomasse punkten will, der muss über ein virtuelles Kraftwerk verfügen. Das haben längst noch nicht alle Direktvermarkter. Die fallenden Preise bei der Regelenergie führen dazu, dass große Volumina bei der Biomasse notwendig sind, damit sich ein solches Kraftwerk wirtschaftlich betreiben lässt. Ein virtuelles Kraftwerk bedarf einer Mindestgröße von 500 MW angesichts der hohen Entwicklungskosten. Deshalb erwarte ich auch bei der Direktvermarktung von Biomasse eine zunehmende Konsolidierung.



Andreas Keil: "Regelenergie-Lieferungen setzen Verlässlichkeit voraus − und Verlässlichkeit ist teuer" Bild: Energy2market GmbH
E&M: Wie lassen sich die Erlöse für die Betreiber von regenerativen Kraftwerken bei der Zusammenarbeit mit einem Direktvermarkter erhöhen? Keil: Im Wind- und Solarbereich wird es sicherlich zu Regelenergie-Dienstleistungen in nächster Zeit kommen. Der große wirtschaftliche Effekt ist dabei nicht zu erwarten, weil der Aufwand für Betreiber und ihre Vermarkter sehr groß ist. Regelenergie-Lieferungen setzen Verlässlichkeit voraus − und Verlässlichkeit ist teuer. E&M: Regelenergie ist im Biomassesektor ein alter Hut. Was gibt es sonst noch an Erlösmöglichkeiten? Keil: Bei den Biogasanlagen geht es vor allem darum, diese zu flexibilisieren. Dafür müssen die Anlagen aber auch entsprechend technisch optimiert werden. Das ist eine große Herausforderung, weil viele Leute eingebunden und überzeugt werden müssen. Daran arbeiten wir sehr intensiv. Denn eines ist absehbar: Wer als Direktvermarkter diesen Betreibern einen interessanten Mehrwert bietet, gibt ihnen auch keinen Grund zum Wechseln. Das hochflexible zielgerichtete Fahren einer Biogasanlage ist das Ziel, da müssen wir noch hinkommen. Das bringt derzeit die meisten Zusatzeinnahmen. Damit haben wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für dieses Jahr sehr viel vorgenommen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Direktvermarktung von Biomasse wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

Februar 05, 2015

Ralf Köpke

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