Donnerstag, 26. März 2015

Berliner Wasserbetriebe sparen Energie

Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
Die rekommunalisierten Berliner Wasserbetriebe haben trotz Wasserpreissenkung 2014 ihren Gewinn gesteigert. Als großer Ökostromproduzent für den Eigenverbrauch und Muttergesellschaft der Berliner Stadtwerke wächst das Unternehmen auch im Energiegeschäft.„Die Berliner Wasserbetriebe tragen zur Zukunftsfähigkeit der Stadt bei“, lobte Matthias Kollatz-Ahnen, Berliner Finanzsenator und Aufsichtsratschef des Versorgungsunternehmens, bei der Bilanzpressekonferenz am 20. März. Das erste Jahr nach der vollständigen Rekommunalisierung Ende 2013 sei „ein gutes Jahr“ für das Unternehmen gewesen. Auch Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe (BWB) sieht den Versorger „auf gutem Weg“.
Der Umsatz der BWB ging 2014 zwar leicht um etwa 1 % auf 1,12 Mrd. Euro zurück, der Jahresüberschuss stieg dennoch auf 138 Mio. Euro (2013: 117 Mio. Euro). Die Steigerung sei jedoch zum größten Teil auf „aperiodische Effekte“ zurückzuführen, erläuterte Simon. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 347 Mio. Euro.
 
Manuela Schwesig (m.) bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB): Mit Vorstandschef Jörg Simon und Personalvorständin Kerstin Oster stieß sie am Equal Pay Day, einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens, mit einem Glas Wasser darauf an, dass die BWB Frauen und Männer gleich bezahlen Bild: BWB
Der Trinkwasserabsatz in Berlin lag mit 190 Mio. m3 leicht über dem Wert von 2013. Der Verbrauch habe sich damit insgesamt stabilisiert, der in den letzten Jahren zu verzeichnende „Rückgang scheint im Moment gestoppt“, so der Vorstandschef weiter. Die gereinigte Abwassermenge war mit 234 Mio. m³ um gut 6 Mio. m³ geringer als im Jahr zuvor.

Mehr Investitionen in die Infrastruktur

Das Unternehmen investierte 2014 insgesamt 264 Mio. Euro, davon den größten Teil in die Abwasserentsorgung. In die Sanierung von Kanälen flossen 102 Mio. Euro. Ein weiterer großer Posten war die Modernisierung des Klärwerks Waßmannsdorf, in die bis 2022 etwa 400 Mio. Euro fließen. Die Investitionen in die Trinkwasserversorgung waren etwas rückläufig, lagen jedoch immer noch deutlich über 50 Mio. Euro und sollen in diesem Jahr wieder ansteigen. Insgesamt wollen die BWB 2015 über 300 Mio. Euro investieren, stellte Simon in Aussicht. Kollatz-Ahnen vermerkte positiv „einen Sprung nach oben bei Investitionen in die Infrastruktur“.
Großes Thema des vergangenen Jahres waren die auf Druck des Bundeskartellamts eingeleiteten Preissenkungen. Der Trinkwasserpreis wurde schon Anfang 2014 um 15 % zurückgenommen, seit Anfang 2015 gilt in Berlin auch ein um 6,4 % reduzierter Abwassertarif. Damit liege die Hauptstadt auf beiden Sektoren im Bereich anderer Großstädte, unterstrich Simon. Die Tarife sollen bis 2018 stabil bleiben. Das Land Berlin verzichtet dafür auf ein höheres Ergebnis. Auch bei ihrer Energie-Bilanz schnitten die Wasserbetriebe 2014 gut ab. Zum einen verringerten sie ihren Verbrauch an Strom, Gas und Wärme gegenüber dem Vorjahr um rund 5 % auf 261 Mio. kWh. Zum anderen waren davon bereits 23 % oder 78 Mio. kWh grüne Energie aus eigenen Erzeugungsanlagen.

Effizienter Energieeinsatz und erneuerbare Produktion

Produziert werden Strom und Wärme für den Betrieb der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung in der Hauptstadt unter anderem von drei Windkraftanlagen auf dem Gelände einer Kläranlage, mehreren Blockheizkraftwerken die Klärgas nutzen, und der größten zusammenhängenden Solaranlage Berlins im Wasserwerk Tegel (506 kW). Seit 2009 reduzierte das Unternehmen seinen Verbrauch insgesamt um 8,1 %; die Eigenproduktion wurde um 20 % erhöht.
Ihre Erfahrung mit Photovoltaik können die BWB künftig auch für ihre neueste Aufgabe nutzen. Der kommunale Wasserversorger fungiert sozusagen im Auftrag des Senats als Keimzelle der im vergangenen Jahr gegründeten Berliner Stadtwerke, deren Aufgabe es ist, eine erneuerbare Stromproduktion in der Hauptstadt aufzubauen und günstigen Strom anzubieten. Der mit im Moment sieben Mitarbeitern noch recht kleine kommunale Versorger entwickelt bereits zwei Windparks auf Flächen der Berliner Stadtgüter nordöstlich und südlich Berlins und prüft Möglichkeiten zum Erwerb von Windparks. Außerdem arbeiten die Stadtwerke zusammen mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften an sogenannten Mieterstrom-Projekten. Dafür sollen Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Blockheizkraftwerke in Kellern von Wohnanlagen gebaut werden. Simon rechnet noch für 2015 mit der Genehmigung des ersten Windparks und will ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem ersten Mieterstromprojekt an den Start gehen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema  Berliner Wasserbetriebe sparen Energie  wurde bereitgestellt von:

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März 20, 2015

Peter Focht

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