Samstag, 21. März 2015

BMWi will 25 % KWK-Ziel nur für thermische Stromerzeugung

Bild: Fotolia.com, XtravaganT

Das Bundeswirtschaftsministerium will in der Energieklausur mit den Koalitionsfraktionen am 21. März für eine Beschränkung der KWK-Förderung plädieren.In einem Eckpunkte-Papier für die Klausur, das E&M Powernews vorliegt, heißt es, die Förderung solle zukünftig „auf die Erhaltung hoch effizienter klimafreundlicher gasbetriebener Anlagen der öffentlichen Versorgung konzentriert werden“. Neuanlagen sollen mit einer „maßvollen Anhebung“ gefördert werden, damit sich vor allem fortgeschrittene Vorhaben finanzieren können. Die Gesamtkosten der Förderung sollen 1 Mrd. Euro nicht überschreiten. Derzeit ist sie bei 750 Mio. Euro gedeckelt. „Als Ausbauziel werden wir 25 % KWK-Anteil an der thermischen Stromerzeugung festlegen“, heißt es in dem Papier.

Die künftige Förderung müsse mit den anderen Zielen der Energiewende kompatibel sein, lautet die Begründung. So mache es bei einem stetig steigenden Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien keinen Sinn, das Ausbauziel von 25 % bis 2020 auf die gesamte Stromerzeugung zu beziehen. Die Kosten dafür hielte das BMWi für nicht vertretbar. „Die breite Förderung von KWK-Anlagen würde angesichts der stark gefallenen Strompreise sehr teuer und würde zu einem starken Anstieg der Strompreise führen.“Die Förderung der KWK-Bestandsanlagen wird als „Brücke“ dafür angesehen, dass bestehende Kraftwerke sich bis zu einem Abbau der Überkapazitäten und der Schaffung wirtschaftlicher Bedingungen durch den Strommarkt 2.0 refinanzieren können.
Während es für die energieintensive Industrie beim Status Quo bleiben soll, ist für hochprofitable KWK anderenorts eine Förderkürzung geplant. Zudem wird es Flexibiltätsanforderungen an die Anlagen geben. Das Investitionsvolumen für Wärmenetze und Wärmespeicher soll – bei gleich bleibenden Fördersätzen − erhöht werden. In den Vorschlägen des BMWi für die KWKG- Novelle, die E&M Powernews vorliegen, heißt es, das Ziel von 25 % KWK-Anteil an der thermischen Stromerzeugung bedeute für 2020 etwa 115 TWh KWK-Stromerzeugung. Aktuell liege diese bei rund 96 TWh, was einem Anteil von 18 % an der thermischen Erzeugung entspreche. Es gehe also um eine „moderate Ausbauperspektive“ von 3 bis 4 GW.
Für Anlagen mit mehr als 10 GW Leistung, die ins öffentliche Netz einspeisen, soll die Förderung um 1 Ct/kWh erhöht werden. Die Förderung soll Ende 2019 auslaufen, 2017 soll es eine Evaluierung geben. Die Förderung für Wärmenetze und -speicher wird laut dem Vorschlag verdoppelt, das heißt, Wärmenetze sollen statt bisher 10 Mio. Euro dann 20 Mio. Euro pro Projekt erhalten, Wärmespeicher statt mit bisher 5 Mio. Euro künftig mit 10 Mio. Euro unterstützt werden. Der Kostenanstieg für Endkunden wird auf 0,5 Ct/kWh beziffert.

Der vorstehende Beitrag zum Thema BMWi will 25 % KWK-Ziel nur für thermische Stromerzeugung wurde bereitgestellt von:

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März 20, 2015

Angelika Nikionok-Ehrlich

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