Donnerstag, 26. März 2015

Stromnetz Berlin stockt Investitionen auf

Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
Die Stromnetz Berlin GmbH hat das Geschäftsjahr 2014 mit einem Investitionsrekord abgeschlossen, der Umsatz lag im langjährigen Durchschnitt, Ergebnis und Gewinn etwas darüber. Das Unternehmen kämpft um die Verlängerung seiner abgelaufen Netzkonzession.Der Betreiber des Stromverteilnetzes in der Bundeshauptstadt, die Stromnetz Berlin GmbH, hat im vergangenen Jahr 2014 bei 773 Mio. Euro Umsatz (2013: 815 Mio. Euro) einen Jahresüberschuss von 79 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Gewinn brach gegenüber 2013 (120 Mio. Euro) allerdings um etwa ein Drittel ein.
Einen Spitzenwert meldet das Unternehmen bei den Investitionen. Sie wuchsen 2014 um rund 20 Prozent auf 139 Mio. Euro (2013: 116 Mio. Euro). Die Tatsache, dass der zum Vattenfall-Konzern zählende Verteilnetzbetreiber im vergangenen Jahr doppelt so viel investiert habe wie er als Abschreibungen (74 Mio. Euro) verbucht hat, wertet Geschäftsführer Helmar Rendez als deutliches Bekenntnis zum Netzgeschäft. Stromnetz Berlin sei damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt. „Dass die notwenigen Investitionen für den zügigen Netzumbau auf unsere Gewinne drücken, ist keine Überraschung“, sagte Rendez bei der Vorstellung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 am 23. März in Berlin. „Wir folgen unseren langfristigen Investitionsplanungen, die auch für die kommenden Jahre steigende Ausgaben vorsehen“, so der Geschäftsführer. Bis 2023 sollen insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro in das Berliner Stromnetz investiert werden.
Die Einbußen bei Umsatz und Ergebnis erklärt Rendez mit der Entwicklung des Stromverbrauchs, der stärker abnahm als prognostiziert, und mit steigenden Ausgaben für das Netz.
Mit Spannung sieht der Geschäftsführer dem weiteren Verfahren zur Vergabe der Ende 2014 ausgelaufenen Stromnetzkonzession entgegen. Stromnetz Berlin konkurriert dabei mit der städtischen Gesellschaft Berlin Energie, der im Dezember allerdings ein Gericht die Eignung für die Übernahme der Gasnetz-Konzession in der Hauptstadt abgesprochen hatte. Dieser Gerichtsprozess hat auch die Vergabe der Stromkonzession verzögert. Rendez rechnet damit, dass Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen in den nächsten Tagen das Stromverfahren wieder aufnimmt. Wenn alles optimal laufe, könne die Vergabe bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden.
Der Druck auf den Senat ist groß. Im Land Berlin sind im September 2016 Parlamentswahlen. Er gehe deshalb davon aus, dass die Entscheidung über die Vergabe der Stromkonzession noch 2015 fallen werde, so Rendez. Der Geschäftsführer wird aber, sollte Stromnetz Berlin die Konzession wie beabsichtigt wieder gewinnen, den Vertrag nicht mehr unterschreiben: Rendez wechselt im Sommer als Vorstand zur Vattenfall-Braunkohletochter VE Mining & Generation AG nach Cottbus.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Stromnetz Berlin stockt Investitionen auf   wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

März 23, 2015

Peter Focht

Tel:+49 8152 9311-0

Fax:+49 8152 9311-22 info[@]emvg.de© 2014

E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten




Energie & Management

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen