Sonntag, 8. März 2015

Stuttgart bootet eigene Stadtwerke aus

Bild: Fotolia.com, aldorado 

Das städtische Unternehmen darf für die Versorgung der Stadtverwaltung nicht einmal ein Angebot abgeben. Dabei betont derPartner Elektrizitätswerke Schönau, dass die Stadtwerke auch große Mengen liefern können. Die Elektrizitätswerke Schönau haben als Vertriebspartner der Stadtwerke Stuttgart Aussagen zurückgewiesen, dass die jungen Stuttgarter Stadtwerke nicht in der Lage seien, genügend Strom für die Stuttgarter Stadtverwaltung und ihre Tochterbetriebe zu beschaffen. „Wir haben in diesem Jahr schon ein sehr gutes Angebot über die Beschaffung von 110 Mio. kWh für die Stuttgarter Straßenbahnen abgegeben. Damit haben wir in der Ausschreibung den zweiten Platz erreicht. Das zeigt, dass wir heute schon ganz praktisch in der Lage sind, große Strommengen in der richtigen Qualität zu beschaffen – natürlich auch für die Stuttgarter Stadtverwaltung“, sagte Ursula Sladek, Gründerin der Elektrizitätswerke Schönau, auf Anfrage gegenüber E&M Powernews. Die "Stuttgarter Zeitung" hatte am 17. Dezember berichtet, der Gemeinderat habe in einer nicht-öffentlichen Sitzung im November den Stromliefervertrag mit dem bisherigen Lieferanten EnBW um zwei Jahre verlängert. Die Stadtwerke hätten nicht einmal die Chance bekommen, ein Angebot abzugeben. Bürgermeister Michael Föll (CDU) habe dies damit begründet, dass die Stadtwerke Stuttgart noch gar nicht ein so großes Energievolumen liefern könnten. Die Zeitung zitiert Föll mit der Aussage, dass die Stadtwerke das benötigte Kontingent natürlich an der Börse einkaufen könnten. Sollten sie aber in der Ausschreibung unterliegen, müssten sie die Energiemenge womöglich zu einem geringeren Preis weiterverkaufen. „Das wäre ein gigantisches Risiko“, wird der Bürgermeister wiedergegeben. Derzeit betragen die jährlichen Kosten der Stadtverwaltung und ihrer Tochterbetriebe für Strom 38,5 Mio. Euro und die für Gas 11,5 Mio. Euro. Die Stadtwerke Stuttgart erreichen bislang im Vertrieb nur einen Umsatz von 4,5 Mio. Euro. Mit der Stadtverwaltung wäre also das Zehnfache hinzugekommen. Sladek stellte klar, dass die Elektrizitätswerke Schönau grundsätzlich ihren Strom nicht an der Börse, sondern direkt bei den Erzeugern einkaufen. Die Elektrizitätswerke Schönau und die Stadtwerke Stuttgart haben gemeinsam eine Vertriebstochter, die Stadtwerke Vertriebsgesellschaft mbH, gegründet, die in Stuttgart Strom an Endkunden verkauft. „Ich wundere mich, welches Verständnis manche Politiker in Stuttgart von ihrem eigenen Unternehmen haben. Natürlich können die Stadtwerke Stuttgart große Mengen liefern“, sagte Sladek: „Wenn das Gegenteil davon in der Zeitung behauptet wird, werden die Stadtwerke desavouiert. Jetzt besteht die Gefahr, dass auch Industriekunden glauben, dass wir nicht liefern können.“ Die Stuttgarter Stadtwerke äußerten sich vorsichtig: Nur im Einzelfall bearbeiteten Stadtwerke und EWS „auch mit Erfolg Anfragen von Großkunden oder nehmen an Ausschreibungen für große Strommengen teil“, wurde ein Stadtwerke-Sprecher zitiert.

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Energie & Management

Dezember 18, 2014

Timm Krägenow

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